Arbeit – Digital – Affektiv; 3 Tanz-Performances und 1 Raum-Spiel in Wien

für die Eventserie #digitour von #diginclusion.

Tanz-Performances

Eva-Maria Kraft performt “Labor-Digital-Affective” mit Roboter Machina am Rathausplatz Wien, September 2020 (Foto: arbeit plus, B. Gradwohl)

Roboter und künstliche Intelligenz werden zu einem Teil unseres beruflichen und privaten Lebens. Sie werden zu immer neuen robotischen Geräten gebündelt die uns Arbeit erleichtern sollen, die aber womöglich auch Arbeitsplätze zum Verschwinden bringt. Die prominentesten Vertreter dieser Technologien sind von künstlicher Intelligenz gesteuerte, menschenartige Roboter.

Diese neue technologische und kulturelle Situation verändert unsere Gesellschaft. Wir müssen den Umgang mit einer Technologie lernen, die heute aus der Science Fiction in unseren Alltag übergeht. Dabei sind wir die erste Generation, die mit einer Technologie leben wird, die uns Menschen wie eine Kopie nachahmt.

Welche Beziehungen können wir und welche Beziehungen wollen wir zu diesen Maschinen entwickeln? Wenn solche Maschinen z.B. in der Altenbetreuung eingesetzt werden, wie verändern sich dann Beziehungen der Menschen? Können Maschinen die Beziehungsarbeit der PflegerInnen ersetzen?

Die Tanz-Performance stellt Mensch und Roboter gegenüber – ein humaner und ein humanoider Körper. Die völlig unterschiedlichen Körper interagieren in intimer Nähe – sie improvisieren um zu kommunizieren.

Die fragile Verbundenheit zwischen Mensch und Maschine stellt posthumane Aspekte zur Diskussion. Der Status entweder Subjekt oder Objekt zu sein, kann heute nur vage zugeschrieben werden:

Wer kontrolliert wen? Wer spiegelt wen?

Wozu sind wir fähig? Wie wollen wir werden?

Wasserwelt
Eva-Maria Kraft, Darja Stoeva, Thomas A. Pichler, Roboter Machina improvisieren.

Events

Von 14. – 25. September 2020 tourte die arbeit plus #digitour mit einem Hänger durch Wien um über digitale Arbeit zu informieren. Vom Thema begeister, schätzt sich H.A.U.S. glücklich eingeladen zu sein, die digitour an fünf Stationen zu unterstützen.

Performance

Eva-Maria Kraft (Choreographin, Tänzerin), Thomas A. Pichler (Musiker an der Cellare)

Darja Stoeva (Roboter Steuerung und Programmierung)

Christian Fiedler, Christoph Hubatschke, Oliver Schürer (Wissenschaftliche Begleitung und Auswertung)

Anaïs Eder, Larissa Kreuzer, Tim Reinboth (Interviewing)

Oliver Schürer (Konzept, Leitung, Kontakt)

Raum-Spiel (Space-Game, ASG)

Wie kann ein dauerhaftes Verhältnis von Vertrauen zwischen Menschen und robotischen Systemen aufrechterhalten werden?
Eine wichtige Komponente für menschliches Vertrauen in solch hochkomplexe Maschinen ist, dass Mensch und Roboter die gleiche Vorstellung von dem Raum haben, in dem sie sich befinden. Das Raum-Spiel dient dazu, dem Roboter menschliche Raumvorstellungen zu vermitteln.
Für das Raum-Spiel fordert ein Roboter einen Menschen dazu auf über Gegenstände und Elemente eines Raumes zu plaudern. Dabei wird eine Künstliche Intelligenz trainiert. Dies dient dazu um in der KI ein Raum‐Modells zu erzeugt. Die Plauderei ist ein bestimmtes Sprachspiel (ARS). Es wird vermittels sprachlicher und nonverbaler Kommunikation in einer Art realisiert. Das entstehende Raummodell (KRM) wird vom Roboter verwendet um eine dem Menschen vergleichbar Basis zum Agieren zu haben, wie sein menschlicher Kommunikationspartner. So kann der Mensch vertrauen, dass der Roboter im menschlichen Lebensraum nach menschart agiert.

Das Raum-Spiel wurden von der Forschungsgruppe H.A.U.S. transdisziplinär entwickelt

Raum-Spiel 23.9.2020

Am Arbeit Plus Event:

Clara Haider (Roboter Steuerung und Programmierung)

Matthias Hirschmanner (Roboter Steuerung und Programmierung)

Oliver Schürer (Konzept, Leitung, Kontakt)